Ultraschall-Untersuchung

Der Ultraschall als diagnostisches Instrument wird in der Medizin routinemäßig seit etwa 35 Jahren eingesetzt. Betrachtet man die Anfänge, verwundert es auch heute noch, dass man bei der damaligen Bildqualität die Ergebnisse überhaupt verwerten konnte.

Bessere Bildauflösungsverfahren, schnellere Rechner und optimierte Materialeigenschaften machen die Ultraschalluntersuchung in der modernen Medizin heute unverzichtbar.

Grundsätzlich handelt es sich, wie der Name bereits sagt, um Schallwellen und nicht wie in der Photographie oder konventionellen Radiologie um Lichtwellen oder -quanten oder um Röntgen-Strahlung. Dies erklärt auch die relative Harmlosigkeit bei sachgerechter Anwendung im Vergleich zum konventionellen Röntgen, der Computertomographie oder der Magnetresonanztomographie.

Wie funktioniert die Ultraschalluntersuchung prinzipiell?

Es wird ein Schall aus einer Schallquelle, dem sog. Aplikator oder Schallkopf, ausgesendet. Schall ist eigentlich ein Impuls, der auf Luft oder andere Stoffe wirkt, sie dort periodisch zusammendrückt und so den Schalldruck erzeugt. Mit diesem Schall passiert etwas, sobald es auf ein Hindernis trifft: er wird total-reflektiert, partiell-reflektiert, verschluckt, hindurchgelassen, zerstreut oder von jedem ein wenig. Nun handelt es sich bei dem genannten Stoff nicht zwingend um Luft, sondern in der Medizin ist der Stoff der menschliche Körper und in ihm verschieden Stoffe: Luft, Flüssigkeit, Muskulatur, Bindegewebe, Knochen oder Blut. Je nach dem was mit diesem Schall dort passiert, und dies hängt von der Oberflächenstruktur und den Materialeigenschaften des Stoffes ab, auf den er trifft, wird eine bestimmte Menge des Schalls reflektiert und vom Schallempfänger wahrgenommen. Je nachdem wie viel Schall und mit welcher Energie er zurückkommt zum Schallempfänger, kann man vor allem aus den verschiedenen Signalen ein Bild erzeugen. Die Signalumwandlung wird auf einem Monitor widergegeben und kann auf Papier oder heute auf elektronischen Medien dauerhaft gespeichert werden.

Der ausgesendete Schall wird nach Wellenlänge qualifiziert. Mit den bekannten Materialeigenschaften, durch die er dringt, lassen sich Geschwindigkeiten errechnen. Aus der tatsächlichen Laufzeit lässt sich die Entfernung des Hindernisses ermitteln. Ein Beispiel: In der Luft bewegt sich der Schall etwa mit 330 m/s fort (die Schallgeschwindigkeit ist frequenzunabhängig). Wenn der Schall ausgesendet wird und nach zwei Sekunden wieder am Schallempfänger, der sich am gleichen Ort wie der Aplikator befindet, ankommt, weiß man das der Schall eine Sekunde zum Hindernis hin benötigt hat und eine Sekunde zurück zum Empfänger. Also ist das Hindernis 330 m entfernt.

Welche Ultraschall-Methoden gibt es (exemplarisch)?

A-Mode (Amplituden-moduliert): Dieser findet vor allem in der Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde Anwendung. Man kann mit ihm nachweisen, dass z.B. eine Nasennebenhöhle mit Sekret gefüllt ist.

B-Mode (brightness-mode): Hier entstehen zweidimensionale Bilder. Wenn man schnell genug hintereinander Bilder aufzeichnen und wiedergeben kann, gelingt es bereits in "real time", also in Echtzeit Bewegungsabläufe zu untersuchen, z.B. in der Echokardiographie.

Doppler: Der Doppler-Effekt ist allen von dem vorbeifahrenden Polizei-Auto bekannt. Wenn die Schallquelle sich auf den Schallempfänger zu bewegt, erscheint uns das Geräusch lauter, kaum das es den Empfänger passiert hat, wird der Schall wieder leiser.

Farb-Doppler: ist prinzipiell das gleiche wie der Doppler, nur das das empfangene Signal nicht als Geräusch, sondern als Farbe codiert wird.

Duplex-Sonographie: Ist die Kombination des zweidimensionalen Bildes mit der Doppler-Sonographie.

Farb-Duplex-Sonographie: Ist die Kombination des zweidimensionalen Bildes mit der Farb-Doppler-Sonographie.

Wie findet die Ultraschalluntersuchung in unserer Praxis Anwendung?

Die Ultraschall-Untersuchung und insbesondere die speziellen Untersuchungen sind eigentlich eher den anderen Fachgebieten, den Fachärzten für Radiologie, Innere Medizin, Chirurgie, Gynäkologie, Neurologie o.a. zugehörig. Die Anschaffung der verschiedenen Geräte ist immens teuer und so hat jeder Facharzt sein spezielles Ultraschall-Gerät bzw. seine Ultraschall-Sonden.

Nicht alle Allgemeinmediziner bieten Ultraschall-Untersuchungen an. Wir haben in unserer Ausbildung aber die Ultraschall-Untersuchung erlernt und wenden sie deshalb an. Wir sind in der Lage B-Bild-Diagnostik zu betreiben (s.o.). Wir können also vor allem anatomische Veränderungen an manchen Organen mit Ultraschall sehen. Dies findet Anwendung bei Magen-Darm-Erkrankungen, Gallenblasenleiden, Harnblasenleiden, Schilddrüsen-Erkrankungen, einem Teil von Herz- und Lungen-Erkrankungen u.v.m. Dadurch sind wir in der Lage, wenn es erforderlich ist, sie mit einer gezielten Fragestellung zu einem anderen Facharzt-Kollegen zu überweisen bzw. wir können Ihnen das ein oder andere Mal den Weg sogar ersparen.