Sporthphysiologische Leistungsdiagnostik

Je früher, desto besser. Breiten- und Leistungssport im Verein wird auch heutzutage oft noch unkontrolliert nach veralteten Trainingsmethoden ausgeübt. Guter Breiten- und Leistungssport soll nicht in die Erschöpfung führen. Häufig haben Sportler nur das Gefühl, sinnvoll trainiert zu haben, wenn sie "so richtig kaputt" nach Hause kommen. Das ist nicht gesund.

Was kann die sportphysiologische Leistungsdiagnostik bieten ? Eigentlich sieht man bei der sportphysiologischen Leistungsdiagnostik auf einen bestimmten Laborwert, der sich in längerfristigen Zeiträumen gleichförmig zur Herzfrequenz verhält. Dieser Laborwert zeigt an, ob der Organismus in einem Bereich arbeitet, der ökologisch und vor allem gesund ist. Ökologisch heißt hier: trainiere ich auf einem Leistungsniveau, auf dem mein Körper noch so viel Sauerstoff aufnehmen kann, wie er zur Erbringung der von ihm erwarteten Leistung benötigt. ES IST NICHT GESUND, WENN MAN ÜBER DIE MAßE ERSCHÖPFT VOM SPORT NACH HAUSE KOMMT. Außerdem weiß man heute, dass ein erwartetes Trainingsziel besser zu erreichen ist, wenn man auf einem bestimmten prozentualen Niveau seiner maximalen Sauerstoffaufnahmekapazität trainiert. Trainingsziele sind z.B. Gewichtsreduktion, Ausdauer oder wettkampfspezifische Ausdauer.

Sportphysiologische Leistungsdiagnostik ist somit fundamental für eine sinnvolle Trainingssteuerung.

Aber: nicht nur Sportler profitieren von dieser Trainingssteuerung, sondern vor allem auch für Nichtsportler oder besser Noch-Nichtsportler, und hier besonders die Altersstufe über 40 Jahre, ist eine Trainingsberatung möglicherweise lebensrettend.

Nun ist es ein Phänomen der Zeit, dass es Männern und Frauen im Alter von 40 bis 45 einfällt, nachdem sie sich beruflich etabliert haben, doch noch etwas für die Gesundheit zu tun, bevor sie sich in den wohlverdienten Ruhestand begeben. Die Zigaretten hat man mit Ach und Krach von 20 auf 10 reduziert. Der Blutdruck unter dem ganzen beruflichen Stress war immer etwas höher, als ob es den hohen Blutdruck gesünder macht, wenn er beruflich generiert wird. Und dass der Cholesterinwert etwas erhöht sei, das hätte der Arzt schon mal erwähnt. Man(n) will etwas für sich tun. Man(n) wolle nicht so enden wie Vater, der früh einen Herzinfarkt erlitt.

Man schnallt sich die Sportschuhe unter, setzt sich ins Auto, fährt zur Alster, parkt, läuft los und...wach wird man wieder auf der herzchirurgischen Intensivstation. Die freundliche Schwester sagt einem, das der Beatmungsschlauch noch ein paar Stunden liegen bleiben müsste. Der Chirurg am Morgen erklärt einem, dass sich alles gut machen ließe, man hätte drei Bypässe (es muss Bypasses heißen) bekommen, und man hätte noch einmal Glück gehabt. Und eigentlich hat er recht, auch wenn einem das Wort Glück bisher etwas anderes bedeutet hat.

Viele Ärzte zeichnen nicht einmal ein Belastungs-EKG auf, und ehe man bei manch einem Patienten ein Belastungs-EKG aufgezeichnet hat, ist oft schon viel teure Zeit vertan. Der Orthopäde hat eine Spritze gegeben, der Neurologe und Psychiater ein Beruhigungsmittel, der Gynäkologe ein Hormonpräparat oder der Hausarzt ein Mittel gegen Magenschmerzen. Manchmal hat sich der Zahnarzt die Unterkieferschmerzen nicht erklären können. Warum ? Schmerzen, die aufgrund einer Durchblutungsstörung am Herzen entstehen, projizieren sich wegen der komplexen Nervenverschaltungen häufig in den linken Arm oder in den Rücken, den Magen oder in den Unterkiefer. Und nur weil der rechte Arm weh tut, ist es nicht ausgeschlossen, dass es das Herz ist, das schmerzt. Das Herz sitzt gar nicht so weit links, wie man immer glaubt. Angina pectoris oder Brustenge nennt sich dieses Beschwerdebild. Es handelt sich dabei aber nicht um ein eigenständiges Krankheitsbild, sondern nur um ein Symptom. Viele Patienten, insbesondere die mit einer Zuckerkrankheit, merken diese Beschwerden überhaupt nicht, obwohl eine mögliche Ursache, nämlich die Volkskrankheit Nr. 1 unter den Männern - aber Vorsicht: Frauen holen auf - die koronare Herzkrankheit bereits vorliegt. Die koronare Herzkrankheit kann Ursache für eine verringerte Herzleistung sein, für das Auftreten von Herzrhythmusstörungen und nicht zuletzt für das Auftreten eines Herzinfarktes. Männer im Alter über 50 sind besonders häufig betroffen, aber die jüngsten Patienten, die wir mit einem Herzinfarkt sehen, haben das 30. Lebensjahr noch nicht überschritten.

Was kann die sportphysiologische Leistungsdiagnostik bieten ? Das bisher gesagte führt zwangsläufig zu dem Schluss, dass man im Rahmen einer vernünftigen Vorsorge, prüfen sollte, ob ein Patient eine bestimmte Leistung erbringen darf oder ob zuvor einige wichtige mögliche Grunderkrankungen ausgeschlossen werden müssen, und wie sollte sich ein vernünftiges Training gestalten, um ein fediniertes Trainingsziel zu erreichen. Im Rahmen dieser Diagnostik führen wir folgenden Untersuchungsablauf durch.

  1. Körperliche Untersuchung (Lunge, Herz)
  2. Ruhe - EKG
  3. Belastungs-EKG mit Herzrhythmus- und Blutdruckkontrolle, dabei die Ermittlung der Laktatwerte
  4. Weitere Blutwerte nach Absprache
  5. Trainingsprogramm-Empfehlung
In diesem Zusammenhang sei erwähnt, dass dies keine Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherungen sind. Die Kosten für den eigentlichen Test belaufen sich, je nach Testumfang, auf etwa 200,00 €. Besondere Laborwünsche sind nicht im Preis enthalten.